LES - LEADER-Entwicklungsstrategie

Im Jahr 2014 hat die Lokale Aktionsgruppe Delitzscher Land des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zur ländlichen Entwicklung teilgenommen.

Das Delitzscher Land wurde am 22.04.2015 vom SMUL als LEADER-Gebiet mit der LEADER-Entwicklungsstrategie (LES) genehmigt. Basierend auf einer Regionalanalyse, erstellt unter großer öffentlicher Beteiligung in Gemeinde- und Themenwerkstätten, wurden der Handlungsbedarf herausgearbeitet und strategische Ziele und Unterziele in 6 Handlungsfeldern für die Förderphase 2014-2020 definiert. 

Wir danken allen Akteuren für die Mitwirkung an der LES!

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"LEADER-Entwicklungsstrategie"
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Wirtschaft und Arbeit

1.1 Zukunftssicherung der ländlichen Wirtschaft
a. Sicherung von Fachkräften und Auszubildenden für Unternehmen der Region
b. Förderung von Vernetzung und Kommunikation der Unternehmen
untereinander sowie mit Forschung und Entwicklung
c. Ansiedlung von Gewerbe-, Handels-, Dienstleistungsunternehmen in den Innenbereichen
sowie Entwicklung wirtschaftlich genutzter Bestandsgebäude

1.2 Stärkung der Landwirtschaft
a. Diversifizierung der landwirtschaftlichen Strukturen
b. Maßnahmen zur Verbesserung des Image und der Wertschätzung des Wirtschaftszweiges
c. Steigerung der regionalen und überregionalen Weiterverarbeitung und (Direkt-)
Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte

1.3 Ausbau der Erneuerbaren Energien
a. Stärkung nachhaltiger Energie- und Wärmeerzeugung durch regionale Unternehmen (z.B. Genossenschaften)
b. Verbesserung der Akzeptanz des Ausbaus Erneuerbarer Energien in regionalen Unternehmen und der Bevölkerung

Wohnen, Versorgung und bürgerschaftliches Engagement

2.1. Erhalt und Entwicklung attraktiver, lebendiger Dörfer für alle Generationen und Bevölkerungsgruppen
a. Nachhaltige Nutzung und Weiterentwicklung bestehender Siedlungsstrukturen insbesondere in den Ortskernen
b. Bereitstellung von Wohnangeboten für Bevölkerungsgruppen mit erhöhten Integrationsanforderungen
(Senioren, Familien mit Kindern)

2.2. Innovative, nachhaltige Versorgungs-, Betreuungs- und Pflegestrukturen
a. Anpassung der Versorgungsstrukturen (medizinische/soziale Infrastrukturen, Bildung, Handel, Dienstleistungen) an die sich ändernde Bedarfssituation unter Berücksichtigung quantitativer und qualitativer Anforderungen (Auslastung und Nachhaltigkeit bzw. barrierefreie Zugänglichkeit)
b. Bereitstellung von Angeboten für Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Betreuungsbedarf (Jugendliche, Senioren)

2.3. Unterstützung aktiver Bürgerschaft und ehrenamtlichen Engagements als Grundlage dörflicher Gemeinwesenarbeit
a. Bereitstellung von Orten für Zusammenkünfte und Begegnung auf Ortsteilebene
b. Stärkung und Entwicklung ehrenamtlicher Organisationsstrukturen sowie Wissenstransfer und Kompetenzbildung

Mobilität und technische Infrastruktur

3.1. Entwicklung eines bedarfsgerechten Zustandes von Straßen und Wegen
a. Barrierefreie Entwicklung innerörtlicher Straßen und Wege
b. Ausbau und Entwicklung des Radwegenetzes für den Alltagsverkehr
c. Sicherung der Erreichbarkeit aller Ortsteile (Gemeindeverbindungsstraßen)

3.2. Bereitstellung flexibler, nachhaltiger Mobilitätsangebote
a. Besondere Berücksichtigung von Bevölkerungsgruppen in Abhängigkeit öffentlicher Mobilitätsangebote und Berücksichtigung von Mobilitätsketten und Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern, Kinderwägen, Rollatoren
b. Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen für Pendler

3.3. Schließung der Versorgungslücken des Breitbandangebotes entsprechend technischem Standard

Tourismus und Erholung

4.1. Entwicklung, Vernetzung und Vermarktung von Angeboten für Tourismus und Erholung
a. Entwicklung eines touristischen Netzwerkes und Stärkung des Innenmarketings
b. Vernetzung mit überregionalen Vermarktungsstrukturen und der regionalen Anbieter
untereinander
c. Angebotsvielfalt ausgehend von vorhandenen Potenzialen erhöhen (Aktivangebote für
Familien, Naturerlebnisangebote)
d. Erschließung, Vernetzung und Vermarktung von historischen bzw. kulturell bedeutsamen
Park- und Gartenanlagen

4.2. Entwicklung, Pflege und Erhaltung des naturräumlichen und touristischen Potenzials an den Seen
a. Aufbau regionaler Koordination von Pflege und Erhaltungsmaßnahmen an den Seen und in der Muldenaue
b. Aufbau regionaler Koordination und Vernetzung von Angeboten und Anbietern an den Seen
c. Ausgleich zwischen Naturschutz und Nutzungsanforderungen und regionale Kontrolle der Einhaltung der Konfliktregelungen

4.3. Ausbau und qualitative Aufwertung von touristischer Infrastruktur
a. Steigerung von Qualität, Innovation und Regionalität bei Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben
b. Verbesserung der Erreichbarkeit der touristischen Angebote durch Informationsvermittlung sowie verkehrliche Vernetzung (ÖPNV, Wander-, Rad-, Reitwege)
c. Bedarfsgerechter Ausbau von Infrastrukturen im Rahmen der Entwicklung touristischer Angebote

Natur und Landschaft

5.1. Pflege und Entwicklung sowie nachhaltige Nutzung der Landschaft
a. Pflege und Entwicklung von Landschaftsstrukturen im Bereich vorhandener linienhafter Landschaftselemente (Wege, Gewässer)
b. Reduzierung des Flächenverbrauchs
c. Bereitstellung von Umweltbildungsangeboten und Wissenstransfer für verschiedene Nutzer bzw. Zielgruppen (Schüler, Touristen, Ehrenamtliche)

5.2. Dauerhafte Gewährleistung von Gewässerpflege und Hochwasserschutz
a. Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer
b. Verbesserung der Wasserrückhaltung und nachhaltigen Nutzung von Niederschlagswasser

5.3. Etablierung des Klimaschutzes als Querschnittsaufgabe wirtschaftlicher und siedlungsstruktureller Entwicklung
a. Energetische Sanierung und Steigerung der Energieeffizienz privater und öffentlicher Gebäude
b. Integration von Klimaschutzanforderungen auf der Ebene konzeptioneller Planungen (Kommunen, Tourismus, Wirtschaft)

Fischereiwirtschaft

6.1. Entwicklung eines nachhaltigen Fischereiwirtschaftsgebietes
a. Steigerung der Wertschöpfung für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse des Delitzscher Landes
b. Unterstützung der Diversifizierung der kommerziellen und nichtkommerziellen Fischerei
c. Förderung der gebietsübergreifenden und transnationalen Zusammenarbeit mit anderen FLAG (Lokale Fischereiaktionsgruppen)